KiTrab - Kindergruppen zur Traumabewältigung

Traumatisierte Flüchtlingskinder brauchen schnelle Hilfe, wenn ihre Integration gelingen und gravierende Störungen in der weiteren kindlichen Entwicklung verhindert werden sollen. Aus diesem Gedanken heraus hat der gemeinnützige Verein „Akademie für Resilienz und Traumaberatung - A.R.T. e.V.“ im Jahr 2017 eine „Erste Hilfe für die Seele“ für diese Kinder initiiert. Mit „KiTrab“ wurde ein neues Format entwickelt, um professionelle Unterstützung für Gruppen von 10 Flüchtlingskindern zwischen 6 und 12 Jahren anzubieten.

Die Kindergruppen treffen sich über 10 Wochen jeweils für eine Stunde. In dieser Stunde spielt jedes Kind in einer eigenen kleinen Sandkiste und es gibt verschiedenes Spielzeug zur Auswahl (z.B. Kriegsspielzeug, Tiere, Muscheln, Glassteine, Figuren…) Das Kind kann Bilder und Szenen in seinem Sandkasten frei gestalten und auf diese Weise seine schlimmen Erlebnisse aufarbeiten. Ergänzend werden noch kindgerechte Übungen zur Selbstregulation und -beruhigung durchgeführt.

Das innovative Konzept sieht dabei eine 1:1 Begleitung jedes Kindes durch von A.R.T. e.V. fortgebildete freiwillige Helfer*innen unter der Leitung eines speziell ausgebildeten Leitungstandems vor.

KiProb - Kindergruppen zur Problembewältigung

Nach einigen Anfragen von Grundschulen/Offenen Ganztagsschulen (OGS) wird seit Beginn des Jahres 2019 zusätzlich „KiProb“ angeboten. Die Maßnahme ist vom Setting her gleich und richtet sich an Gruppen von 10 Grundschulkindern mit und ohne Migrationshintergrund. Auch Kinder ohne Fluchthintergrund können im Elternhaus oder anderswo Dinge erlebt haben, die sie erschrecken, verstören und seelisch schwer belasten.

SanZ - SandspielZeit

Ausgelöst durch die Corona-Krise hat A.R.T. e.V. mit „SanZ“ eine schnelle und niedrigschwellige Soforthilfe für Kinder entwickelt, die aufgrund schwieriger Familienverhältnisse besonders von der häuslichen Isolation betroffen waren. Durch die Schließungen der Schulen und OGS ist für diese Kinder eine strukturierende und schützende Instanz weggefallen und viele Familien waren mit ihren Problemen alleine.

Mit dem Format der „SanZ“, die seit Juni 2020 zunächst als Einzelfallhilfe einmal wöchentlich angeboten wird, können Kinder nach belastenden oder auch traumatisierenden Erlebnissen wieder zu mehr Stabilität, Sicherheit und Ruhe finden. Unter der Begleitung einer fachlich ausgebildeten Beraterin hat das Kind eine halbe Stunde Zeit, im Sandkasten zu spielen sowie Übungen zur Selbstregulation kindgerecht zu erlernen.

Parallel erfolgt in einem anderen Raum ein Beratungsgespräch mit den Eltern, die dabei unterstützt werden, die Reaktionen ihrer Kinder in Krisensituationen besser zu verstehen und Übungen kennenzulernen, mit denen sie ihre Kinder zuhause beruhigen können.

Die Grundidee bei allen drei Angeboten KiTrab, KiProb und SanZ ist es, die Selbstheilungskräfte und Ressourcen der betroffenen Kinder so zu stärken, dass diese ihre belastenden Erfahrungen aus eigener Kraft verarbeiten und resilienter werden. So kann möglichen posttraumatischen Belastungsstörungen vorgebeugt werden.

Das Konzept dahinter stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden der Traumaarbeit und Resilienzforschung und wurde in Anlehnung an das Regensburger Modell der Universitätsklinik Regensburg unter Leitung von Prof. Dr. Loew/B. Leinberger entwickelt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass psychische Folgeschäden bei den Kindern vermindert und in vielen Fällen verhindert werden können.