Freiwillige Helfer*innen

Zentraler Erfolgsfaktor für eine seelische Stabilisierung traumatisierter Kinder ist ein annehmendes Umfeld, das emotionale Sicherheit vermittelt. Eine ritualisierte Vorgehensweise in der Gruppe mit einer konstanten 1:1 Begleitung durch eine/n erwachsene/n Helfer*in bildet daher den Rahmen für die Arbeit mit den Kindern.

Die freiwilligen Helfer*innen haben eine wichtige Rolle. Sie begleiten ein Kind über die gesamte Dauer seiner Teilnahme und sorgen mit ihrer eigenen inneren Ruhe und Zugewandtheit dafür, dass das Kind sich während dieser Zeit in der Gruppe sicher und angenommen fühlt. So kann es in dem als geschützt empfundenen Raum in seinem Sandkasten allmählich Szenen gestalten, in denen schlimme innere Bilder durch neue heilende Bilder ersetzt werden. Dies ist ein ganz entscheidender Schritt in Richtung der Verarbeitung des Erlebten.

Für diese Arbeit bildet A.R.T. e.V. interessierte und engagierte Menschen in einer 1,5 tägigen Fortbildung fachlich zu freiwilligen Helfer*innen fort und begleitet sie während ihres gesamten Prozesses mit einem Kind supervisorisch. Die Helfer*innen können aus den Arbeits- und Ausbildungsbereichen Psychologie, Pädagogik, Gesundheit und Medizin kommen oder aus anderen sozialen Systemen wie z.B. Mütter und Väter. Für ihre regelmäßige Arbeit mit dem Kind über 10 Wochen mit anschließender Supervision erhalten sie eine Aufwandsentschädigung.

Die Teilnahme an dem Seminar setzt voraus, dass die Fähigkeit, sich empathisch einzufühlen sowie die Bereitschaft zur Selbstreflexion vorhanden ist.

Die Fortbildung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Zunächst werden Grundlagen zur Entstehung von Traumata und deren Folgen vermittelt. Im praktischen Teil üben die Teilnehmer*innen über Selbsterfahrungseinheiten die Methoden, die bei der Arbeit mit den Kindern eingesetzt werden. Sie werden darauf vorbereitet, nonverbal ein Kind zu begleiten und mit einer inneren Haltung von wertfreier Akzeptanz und Gelassenheit einen geschützten (Beziehungs-) Raum herzustellen, in dem das Kind seine erlittenen Traumata im Sand symbolhaft darstellen kann.

Nach Aussagen vieler Helfer*innen war das Erlernte sowie die Erfahrungen mit dem Kind sehr wertvoll auch für sie selbst.

( ....) "eine große Wirkung hatte für mich als Laie die Selbstregulation, die wir vermittelt bekommen haben. Dies ist im täglichen Leben sowas von hilfreich und bereichernd, dass ich in stressigen Alltagssituationen (…) diese häufig anwende und die Inhalte im Anschluss auch viel schneller abhaken kann." (…)
Zitat aus einem Erfahrungsbericht einer Traumahelferin

(…) "Oft habe ich wahrgenommen, dass er im Allgemeinen immer irgendwie auf der Hut war und sich durch Blicke versicherte, dass er sicher ist. Wahrscheinlich hätte ich das gar nicht wahrgenommen, wenn wir nicht so sensibilisiert worden wären. Die Supervisionen habe ich als absolut notwendig und äußerst hilf- und aufschlussreich empfunden." (…)
Zitat aus einem Erfahrungsbericht einer Traumahelferin